Frühling: Zeckenzeit und Gesundheitsrisiken

Frühling: Zeckenzeit und Gesundheitsrisiken

Mit dem Frühling kommt nicht nur die wärmere Jahreszeit, sondern auch eine erhöhte Gefahr für Zeckenstiche und ihre Bedrohung für unsere Gesundheit. Erfahren Sie in diesem Artikel wie Sie sich schützen können.

Was sind Zecken?

Zecken zählen zu den Spinnentieren und entwickeln sich über mehrere Entwicklungsstadien von der Nymphe zum Adult. Alle Stadien sind parasitisch und saugen Blut bei ihren Opfern.

Welche Zeckenarten gibt es in Mitteleuropa?

In Mitteleuropa gibt es verschiedene Zeckenarten, die sich in ihrem bevorzugten Lebensraum und den gewählten Opfern unterscheiden.

Die häufigste Zeckenart in Mitteleuropa ist der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus). Diese Zeckenart ist für einen Großteil der Zeckenstiche beim Menschen verantwortlich und kann Erkrankungen wie die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) übertragen.

Eingewanderte Zeckenarten, die mittlerweile ebenfalls in Mitteleuropa vorkommen, sind z. B. die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus), die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) und die besonders großen Tropenzecken (Hyalomna-Zecken). Im Anhang erhalten Sie weitere Informationen zu den verschiedenen Zeckenarten.

In den nächsten Jahren ist zu erwarten, dass durch die Klimaerwärmung die Verbreitung der eingewanderten Zeckenarten immer größer wird. Zum jetzigen Zeitpunkt hat die heimische Art, der Gemeine Holzbock, mit Abstand die größte Relevanz, daher wird es im weiteren Text vor allem um diese Zeckenart gehen.

Wann besteht die Gefahr für einen Zeckenstich?

Letztlich kann man während des gesamten Jahres von einer Zecke befallen werden. Insbesondere im Frühjahr und Herbst, wenn die Temperaturen milder sind, ist die Gefahr jedoch groß. Im Sommer, wenn es heiß und trocken ist oder im Winter bei Minusgraden ist die Gefährdung kleiner.

Wo sind Zecken zu finden?

Der Gemeine Holzbock ist häufig in grasbewachsenen und bewaldeten Gebieten anzutreffen. Eine besonders große Gefahr lauert daher beim Laufen durchs Unterholz im Wald oder beim Spaziergang auf Wegen mit hohem Grasbewuchs. Auch bei Spaziergängen in städtischen Parks und Gärten können Sie von Zecken befallen werden. So natürlich auch im heimischen Garten.

Anders als es immer wieder heißt, fallen Zecken nicht von Bäumen herunter. Die meisten Zeckenarten sind blind, sie reagieren auf die Wärme ihrer Opfer und man streift sie i.d.R. am Pflanzenbewuchs ab. Eine Ausnahme bilden die Tropenzecken, die sehen können und ihre Beute aktiv verfolgen.

Tipps zum Schutz gegen Zecken

Durch geschicktes und wachsames Verhalten kann man sich gut vor Zecken schützen und das Risiko für Zeckenstiche deutlich senken.

Folgende Maßnahmen sind sinnvoll zum Schutz vor Zecken:

  • Halten Sie sich bei Spaziergängen im Grünen an klar definierte Wege und vermeiden Sie es, gegen die Vegetation zu stoßen, in der sich Zecken aufhalten können.
  • Ziehen Sie ggf. lange Kleidung an, um den Zecken den Zugang zur Haut zu erschweren.
  • Verwenden Sie Sprays oder natürliche Mittel wie Kokosöl zum Schutz gegen Zecken.
  • Kontrollieren Sie beim Spaziergang regelmäßig ihre Kleidung oder Ihre Haut, um krabbelnde Zecken direkt zu entfernen.
  • Ziehen Sie Ihre Kleidung am besten draußen aus und untersuchen Sie diese gründlich.
  • Untersuchen Sie sich und andere Personen oder Haustiere nach einem Aufenthalt im Freien. Wichtig sind insbesondere Körperstellen wie die Achseln, der Bereich hintern den Ohren, die Kniekehlen, der Bauchnabel oder der Intimbereich.
  • Duschen Sie nach ihrem Aufenthalt im Freien.

Kokosöl gegen Zecken

In wissenschaftlichen Studien zeigte sich natives Kokosnussöl effektiver in der Abwehr gegen stechende Insekten und Zecken als übliche Repellentien (z. B. DEET) (1). Gleichzeitig ist es unbedenklich für die Gesundheit und die Umwelt.

Grund für die zeckenabwehrende Wirkung ist die enthaltene Laurinsäure. In einer Studie der FU Berlin setzten Forscher eine zehnprozentige Laurinsäurelösung ein und beobachteten, dass zwischen 81 und 100 % aller Zecken von der getesteten Oberfläche abließen. Die Schutzwirkung hielt etwa 8 Stunden an. Eine vergleichbare Wirksamkeit lag auch bei menschlichen Probanden vor (2).

Hochwertiges Kokosöl hat einen Laurinsäuregehalt von bis zu 60 % und eignet sich als natürlicher Zeckenschutz. Man kann sich beispielsweise die Unterschenkel oder andere Körperbereiche vor dem Besuch im Freien einreiben. In der Tiermedizin ist Kokosöl ebenfalls beliebt und kann bei Hunden und Katzen auf die Haut aufgetragen werden. Bei Katzen eignet sich z. B. der Nacken sehr gut dazu.

Wie entfernt man eine Zecke richtig?

Entfernen Sie jede Zecke, sobald Sie sie gefunden haben. Greifen Sie die Zecke mit einer geeigneten Pinzette so nahe an der Haut wie möglich. Ziehen Sie die Zecke langsam, nicht ruckartig, sondern durch kontinuierlichen Zug aus der Haut heraus. Vermeiden Sie es die Zecke zu drehen.

Mit der genannten Technik reduzieren Sie die Gefahr, dass Sie die Zecke quetschen und womöglich noch mehr Krankheitserreger und Toxine in den Körper gelangen. Weiterhin vermeiden Sie ein Abreisen und Steckenbleiben der Mundwerkzeuge.

Welche Erkrankungen können Zecken übertragen?

Die häufigsten in Deutschland durch Zecken übertragenen Erkrankungen sind die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Borreliose – Eine folgenschwere Erkrankung

Die Borreliose oder Lyme-Borreliose ist eine bakterielle Infektionskrankheit, die durch das Bakterium Borrelia burgdorferi verursacht wird.

In Deutschland ist je nach Region bis zu einem Drittel der Zecken mit Borrelien infiziert. Doch nicht jeder Stich einer infizierten Zecke führt automatisch zur Borreliose. Dies liegt daran, dass die Übertragung der Borrelien meist erst nach 1 bis 2 Tagen beginnt. Je früher man eine Zecke entfernt, desto geringer ist also das Risiko für eine Borrelien-Infektion (3).

Eines der häufigsten Symptome am Beginn der Infektion ist ein sich ausbreitender Ausschlag an der Stelle des Zeckenstichs, der sich in den ersten 3 bis 30 Tagen nach dem Stich entwickelt. Man spricht auch von Wanderröte. Dieser Ausschlag tritt jedoch nicht in allen Fällen auf (3).

Weitere Symptome sind z. B. grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Lymphknotenschwellungen und Müdigkeit. Auch Muskel- und Gelenkschmerzen können auftreten. Viele Infektionen verlaufen jedoch auch ohne sichtbare Krankheitszeichen, sodass die Diagnose nicht immer einfach ist (3).

Die Borrelien persistieren dauerhaft im Körper und es kann auch noch nach Monaten oder Jahren nach dem Zeckenstich zu Spätformen der Borreliose kommen.

Zu den Spätformen zählt u. a. die Neuro-Borreliose, bei der die Borrelien das Nervensystem befallen und starke Schmerzen, Lähmungen, Seh- und Hörstörungen oder Taubheitsgefühle auslösen können. Chronische Formen sind auch die Lyme-Arthritis, die mit chronischen, schubweise verlaufenden Gelenkentzündungen einhergeht und oft die Kniegelenke betrifft sowie eine chronische Entzündung der Haut (3).

FSME – Gefährliche Hirnhautentzündung

Die Frühsommer-Meningoenzephalitis wird durch das FSME-Virus verursacht. Das Vorkommen von infizierten Zecken schwankt je nach Gebiet stark.

Die Krankheitssymptome treten meist nach 7 bis 14 Tagen auf und können grippeähnlich sein, einschließlich Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskelschmerzen. In schwereren Fällen kann es zu einer Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns kommen, was zu neurologischen Symptomen wie Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen und Lähmungen führen kann. Diese Symptome können oft Monate anhalten (4).

Vitalstoffe bei Borreliose und FSME

Zahlreiche Mikronährstoffe können den Köper wirksam unterstützen, um mit Erkrankungen wie Borreliose und FSME besser fertig zu werden.

Wir möchten Ihnen hier vor allem drei Präparate ans Herz legen, die in besonderer Weise das Immunsystem und das Nervensystem unterstützen können:

  • Vitamin B Komplex: B-Vitamine, insbesondere Vitamin B12, B6 und Niacin, sind von großer Bedeutung für die normale Funktion des Immunsystems und des Nervensystems. In unserem Vitamin B Komplex sind alle 8 B-Vitamine in optimaler Kombination und hoher Dosierung enthalten.
  • DHA plus EPA: Omega-3-Fettsäuren wie DHA plus EPA sind wichtig für den Aufbau der Zellmembranen und haben zudem eine stark entzündungshemmende Wirkung.
  • Vitamin D Komplex: Vitamin D stärkt das Immunsystem und unterstützt den Körper bei der Abwehr von Infektionen. Im Vitamin D Komplex sind außerdem zwei natürliche Formen von Vitamin C enthalten, die das Immunsystem zusätzlich unterstützen.

Quellen:

  1. Zhu JJ, Cermak SC, Kenar JA, et al. Better than DEET Repellent Compounds Derived from Coconut Oil. Sci Rep. 2018;8(1):14053. Published 2018 Sep 19.
  2. Schwantes U, Dautel H, Jung G. Prevention of infectious tick-borne diseases in humans: Comparative studies of the repellency of different dodecanoic acid-formulations against Ixodes ricinus ticks (Acari: Ixodidae). Parasit Vectors. 2008;1(1):8. Published 2008 Apr 8.
  3. Lyme-Borreliose. Robert-Koch-Institut [Internet]. [aufgerufen am: 30.04.2024].
  4. FSME. Robert-Koch-Institut [Internet]. [aufgerufen am: 30.04.2024].

Anhang:

Die wichtigsten Zeckenarten in Mitteleuropa sind:

Gemeiner Holzbock: Der Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus) ist die häufigste Zeckenart in Deutschland und für einen Großteil der Zeckenstiche beim Menschen verantwortlich. Er kann verschiedene Krankheiten übertragen, darunter die Lyme-Borreliose und die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME).

Dermacentor-Zecken: Dazu gehören die Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus) und die Schafzecke (Dermacentor marginatus). Diese Zeckenarten befallen nur selten den Menschen. Allerdings sind Auwaldzecken die Überträger der Babesiose beim Hund, einer schwerwiegenden Erkrankung, die unbehandelt oft tödlich verläuft.

Braune Hundezecke: Die Braune Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) befällt vor allem Hunde und überträgt die Erreger der Ehrlichiose und der Babesiose. In seltenen Fällen befällt sie den Menschen und kann das Mittelmeer-Fleckfieber auslösen. Diese Zeckenart überlebt auch in Innenräumen und ist bereits in ganz Südeuropa verbreitet. In Deutschland werden regelmäßig Exemplare gefunden.

Reliktzecke: Die Reliktzecke (Haemaphysalis concinna) ist bisher noch selten in Deutschland. Sie ist jedoch ein möglicher Überträger von FSME.

Hyalomna-Zecken: Zecken der Gattung Hyalomna werden auch als Tropenzecken oder Riesenzecken bezeichnet. Diese Zeckenart ist normalerweise in südlicheren Regionen verbreitet, kann aber gelegentlich in Deutschland gefunden werden. Sie ist bekannt für die Übertragung von Krankheiten wie dem Krim-Kongo-Fieber, das schwere Blutungen auslösen kann. In Deutschland sind bisher keine Fälle aufgetreten, allerdings in südeuropäischen Ländern wie Portugal, Spanien und Südfrankreich.

 

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